Bergwacht Wasserkuppe
KurzinformationBereits im September 1922 initiierte der Rhönclub die Gründung der "Rhönwacht" zur "Bekämpfung von Rohheiten und Wanderunsitten". 30 Mitglieder versahen als Bergwächter ihren ehrenamtlichen Dienst. Nach dem Ende der Inflation brachen in Deutschland die "Goldenen Zwanziger Jahre " an. Viele Menschen zog es in die freie Natur, um die Sorgen des Krieges und des Alltages zu vergessen. Schon schnell stellte sich heraus, dass nicht nur die Natur von den Menschen geschützt werden muss, sondern auch der Mensch vor der Natur. So kam zu dem Naturschutz auch die Bergrettung schnell dazu. Nach dem 2. Weltkrieg begann 1947 der Wiederaufbau der Bergwacht Hessen. Im Jahr 1959 wurde die Bergwacht als Fachdienst im Deutschen Roten Kreuz integriert und gab damit ihre rechtliche Eigenständigkeit auf. Somit wurde das Rote Kreuz im Edelweiß das neue Emblem für den DRK-Fachdienst Bergwacht in Hessen. Die Bergwacht Wasserkuppe wurde 1960 in Poppenhausen durch Willi Schwan und dem damaligen Oberbürgermeister Dr. C. Kuno Raabe und weitere 50 Interessierte "neu" ins Leben gerufen. 1961 bezog man die erste Rettungsdienststation in Sieblos. Von hier starteten die Mitarbeiter zum Bergrettungsdienst nach dem Motto: "Dem Nächsten zu helfen in der Not ist der Bergwacht höchstes Gebot". Zunächst bezog sich die Hilfe hauptsächlich auf den Wintersport, der damals bereits eine große Anhängerschaft hatte. Im Laufe der Jahre wurde das Bergsteigen und Bergwandern immer populärer. Mangelnde Ausrüstung und Unerfahrenheit führten zunehmen häufiger zu Unfällen. Waren es in den Anfangsjahren vor allem Wanderer und Skifahrer, so sind es heute vermehrt Kletterer (Steinwand), Walker, Mountainbiker, Paraglider sowie Snowboard-Fahrer, die im Gelände verunglücken. Im Jubiläumsjahr 2008 versehen ca. 30 ausgebildete Bergwachtmänner und -frauen in der gesamten hessischen Rhön ihren ehrenamtlichen Dienst rund um die Uhr. Die Dienststation, die sich seit 1970 auf der Wasserkuppe befindet, ist täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr und bei Skiliftbetrieb von 09.00 bis 22.30 Uhr besetzt. Moderne Fahrzeuge wie Landrover, All-Terrain-Vehicle (ATV), Motorschlitten und moderne Geräte aus dem Berg- und Segelsport, sowie moderne medizinische Hilfsmittel sichern die Rettung aus unwegsamem Gelände.
SommerrettungWenn der letzte Schnee gerade weggetaut ist, stellt die Bergwacht rasch auf Sommerrettung um, um die ersten Wanderer, Kletterer, Mountainbiker und Paraglider zu retten. Dabei sind der Landrover und der ATV mit ihren Kletterausrüstungen und den bergwachtspezifischen Gerätschaften stets "treue Begleiter". Neben der Sanitätsbetreuung vieler Veranstaltungen auf der Milseburg, in der Steinwand, dem Heidelstein usw. begleitet eine Gruppe die 160km lange Fußwallfahrt von Fulda nach Walldürn. WinterrettungIm Advent, wenn eigentlich Ruhe und Besinnung vorherrsche, beginnt für die Bergwacht die Hauptarbeit. Insgesamt 14 Lifte und 120km Loipe fallen in das Einsatzgebiet. Mit Hilfe eines Rettungsschlitten, des Landrover und des ATV mit Raupenbändern, werden im Winter viele Bergwachteinsätze gemeistert. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass die Bergwacht 3 bis 4 mal angefordert wird. Knochenbrüche, Verstauchungen und Schnittverletzungen gehören nun genauso zum Tagesgeschäft, wie verloren gegangene Kinder oder Personen, die ihre Ski oder das Auto suchen. NaturschutzIst eine satzungsgemäße Aufgabe der Bergwacht. Selten gewordene Pflanzen und Tiere, auch Kulturlandschaften, werden von der Bergwacht gepflegt. Gerade auf alten Hutefläschen, wie z.B. der Oberbernhardser Höhe mit ihrem Kalkmagerrasen oder den Regenmooren in der Rhön sind ein guter Naturschutz und eine gute Aufklärung wichtig.Dabei ersetzt auch schon einmal ein Bergwachtmann mit einer Motorsense eine ganze Ziegenherde. Durch diese Pflegemaßnahmen werden seltene Pflanzen erhalten. BergwachtjugendTrotz Computer und Fernsehen treffen sich alle zwei Wochen gut ein Dutzend Kinder und Jugendliche zu Gruppennachmittagen der Bergwachtjugend. Hierbei werden die Jugendlichen im Sanitätsbereich, im Klettern, im Skifahren und im Naturschutz geschult. Ein Freiluftaufzug an der Steinwand, Kräuterquark aus selbst gesuchten Kräutern und Gräsern sowie gemütliche Hüttenabende gehören zum Programm, ebenso wie gemeinsame Zeltlager und Wettbewerbe anderer Jugendgruppen in Hessen. Hier gelangen Sie direkt zur Website der Bergwacht Wasserkuppe
|