
Fulda/Hilders. Was tun bei einem Herzstillstand? An drei Reanimationstagen haben neun Schulsanitäterinnen und -sanitäter des DRK-Schulsanitätsdienstes der Mittelpunktschule Hohe Rhön in Hilders rund 330 Mitschülerinnen und Mitschüler der Klassen 5 bis 10 in Wiederbelebung geschult. Damit weiß nun die gesamte Sekundarstufe I was bei einem Herzstillstand zu tun ist und wie sich die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit lebensrettenden Maßnahmen überbrücken lässt.
Die Mittelpunktschule Hilders ist eine von zwei Pilotschulen, an denen das im September 2024 vom Ersten Kreisbeigeordneten Frederik Schmitt und dem ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes Matthias Kalmbach vorgestellte Projekt des Landkreises Fulda „Reanimationsunterricht an Schulen" durchgeführt wird.
Oft dauert es bis zu zehn Minuten bis geschulte Notfallsanitäter eintreffen. Doch schon nach drei bis fünf Minuten ohne Sauerstoff drohen bleibende Hirnschäden. Entscheidend ist deshalb, dass Ersthelfer sofort mit der Herzdruckmassage beginnen und so die Blutversorgung des Gehirns aufrechterhalten.
Prüfen - Rufen - Drücken: Dieses einfache Rezept haben neun aktive Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter ihren Mitschülern in kleinen Gruppen vermittelt und praxisnah an Reanimationspuppen eingeübt. Bricht eine Person zusammen, prüfst du zuerst, ob sie reagiert und normal atmet", erklären sie. Dazu neigst du ihren Kopf leicht nach hinten und achtest höchstens zehn Sekunden lang darauf, ob du Atmung sehen, hören oder fühlen kannst. Reagiert die Person nicht und atmet sie nicht normal, ist ein Herzstillstand wahrscheinlich. Dann zählt jede Sekunde: Wähle sofort den Notruf 112."
Bis der Rettungsdienst eintrifft, kommt es auf die Herzdruckmassage an. „Lege die Hände übereinander auf die Mitte des Brustkorbs und drücke mit gestreckten Armen kräftig und schnell, etwa fünf bis sechs Zentimeter tief und 100- bis 120-mal pro Minute. So bleibt der Blutfluss in Gang, und die lebenswichtigen Organe werden weiter mit Sauerstoff versorgt." Ein Tipp aus der Praxis: „Das ist anstrengender als man denkt. Deshalb sollte man sich rechtzeitig um eine Ablösung kümmern." Vor allem aber: „Keine Angst bei einer leblosen Person etwas falsch zu machen. Das Schlimmste, was man tun kann, ist nichts zu tun!"
Auf ihre Rolle als Multiplikatoren haben sich die Schulsanitäterinnen und - sanitäter nach ihrer Grundausbildung in einem Workshop mit DRK-Ausbilder Michael Tremmel vorbereitet. Dort erarbeiteten sie, wie sie ihr Wissen methodisch und didaktisch anschaulich an ihre Mitschüler weitergeben können.
„Zum zweiten Mal haben wir nun dieses Reanimationsprojekt durchgeführt. Wichtig ist das kontinuierliche Wiederholen, weswegen wir dieses Projekt einmal pro Schuljahr durchführen wollen", erklärt Rektorin Romy Körber.
Und Christine Schaab-Wiegand, die verantwortliche Lehrkraft für die Schulsanitäter, fasst zusammen: „Auch bei der zweiten Durchführung der Reanimationstage an unserer Schule waren wir sehr zufrieden, denn das Projekt wurde wieder hervorragend von den Schülerinnen und Schülern angenommen. Ich bedanke mich vor allem bei den Freiwilligen vom Schulsanitätsdienst, die sich bereit erklärt haben, als Multiplikatoren zu wirken und die ganze Schülerschaft der Schule in der Methode ‚Prüfen - Rufen - Drücken' zu schulen."
Anerkennung kommt auch vom DRK. Jasmin Marker, Leiterin der DRK Akademie Fulda, sagt: Statt nur einer Klassenstufe haben die neun Schulsanitäterinnen und -sanitäter an drei Tagen die gesamte Sekundarstufe I fit in Reanimation gemacht. Diese bemerkenswerte Leistung haben wir mit einer eigens gestalteten Urkunde gewürdigt. Auch künftig stehen wir der Mittelpunktschule Hohe Rhön gerne zur Seite, ebenso wie allen anderen Schulen, die Reanimationstrainings für Schülerinnen und Schüler oder für Lehrkräfte anbieten möchten. Denn dieses Wissen kann im Ernstfall Leben retten."